Photokina 2016 – Mein Rückblick

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Allgemein Fotografie Tech

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Michael Hotopp

Die Photokina und mich verbindet eine Hassliebe. Für mich als Fotografen, gehört es eigentlich zum Pflichtprogramm. Habe ich den Messebesuch hinter mir, schwöre ich immer wieder aufs Neue: „Nie wieder…“.

Zwei Jahre vergehen. Ich bin fest entschlossen, mir das Gedränge nicht noch einmal anzutun. Und dann liegt doch wieder eine Einladung eines Ausstellers im Posteingang. Es heißt sehen und gesehen werden. Ein Teufelskreis – und das mittlerweile das 14. Jahr in Folge 😎

Als Fotograf habe ich – glaube ich zumindest – mittlerweile eine Stufe erreicht, in der die Ausrüstung nicht mehr so wichtig ist. Somit ist das Angrabbeln der neusten Kameras und Objektive kein Grund mehr mich in die Massen zu stürzen. Vor allem die „Großen“ wie Canon und Nikon verstehen sich blendend darauf, aufs neue zu enttäuschen. Richtiges Fachsimpeln ist auch seit etlichen Jahren nicht mehr möglich. Die Hostessen verweisen gerne auf die ausliegenden Broschüren, oder aufs Internet. Danke – dort könnte ich auch von zu Hause aus nach schauen. Hätte ich wirklich Eintritt bezahlt, würde ich mich ärgern.

Der feine Unterschied

Eine Sache ist mir dieses Jahr besonders aufgefallen: Man kann Berufsfotografen und Hobbyisten erstaunlich leicht auseinanderhalten: Kein echter Fotograf würde freiwillig einen Body mit Batteriegriff, ein 70-200mm 2.8 und einem Blitz auf der Kamera über die Messe schleppen… Alle Kollegen aus dem Profilager hatten lediglich ein Smartphone, höchstens ein Notebook dabei. Tja, bis vor einigen Jahren gehörte ich auch noch zu den Leuten mit Rückenschmerzen 😀

Und doch ist es das „netzwerken“, dass mich regelmäßig nach Köln treibt. Endlich trifft man Fotografen-Kollegen wieder, die man sonst nur via E-Mail, oder Telefon hört.

Dieses Jahr wurde ich unter anderem von Excire eingeladen, die das Lightroom-Plugin zur Bilderkennung (zum Blogbeitrag) entwickelt haben. Ein Roll-Up-Display, ein Tisch und vier Stühle. Das war absolut kein Stand mit WOW-Effekt und doch mein absolutes Highlight auf dieser Messe. Ein sympathisches Team, das wirklich daran interessiert ist, den Fotografen das Leben einfacher zu machen.

Und sonst so?

Die Greifvögel im Innenhof sind nicht mehr da. Stattdessen geben dort nun Akrobaten in regelmäßigen Abständen ihr Können zu besten.

Früher habe ich viel direkt auf der Photokina gekauft und das ein, oder andere Schnäppchen gemacht. Heute liegen meist nur noch Zettel mit Rabatt-Codes für die jeweiligen Online-Shops aus. Ich kann diese Entwicklung absolut nachvollziehen, aber so fehlt leider dieses Hochgefühl, wenn man etwas mitnehmen kann.

Die Vorträge auf der Professional Stage werden leider immer öfter zu Werbeveranstaltungen des Referenten. Trotzdem war das eine, oder andere ganz interessant.

Auf jeden Fall hat diese Photokina, so enttäuschend sie auch aus fachlicher Sicht ist, dafür gesorgt, dass ich mich auf ein Wiedersehen in 2018 freue 😉